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Die Stadt(ver)führungen am 19. und 20. September auch in Fürth

Hier ein kleiner Veranstaltungshinweis (auch in eigener Sache):

Die Spurensucher Jüdisches Museum mit drei Sonderführungen

Mit Sonderführungen am Tag des offenen Denkmals und bei den „Stadt(ver)führungen“ meldet sich das Jüdische Museum Franken aus der Sommerpause zurück. Unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ steht, wie berichtet, der Tag des offenen Denkmals 2015 am kommenden Sonntag. Mit der Führung „Papier, Glas und tausend Schlöte“ beteiligt sich das Jüdische Museum, sie beginnt um 14 Uhr und ist kostenlos. Im Mittelpunkt steht das Museumsgebäude in der Königstraße 89 selbst — 300 Jahre ist es alt und hat ebenso viele Jahre Handwerk, Technik und Industrie erlebt. Erbaut vom Buchdrucker Hirsch Fromm, haben verschiedene jüdische und später auch nichtjüdische Familien das Haus bewohnt und sind hier ihrem Handwerk nachgegangen. Wie das Gebäude selbst, so hat sich auch seine Umgebung im Lauf der Jahrhunderte immer wieder gewandelt. Mit der Industrialisierung sah es plötzlich „tausend Schlöte“ um sich herum sprießen, wie Jakob Wassermann einst schrieb. Die jüngste Veränderung erfährt das Museumsgebäude derzeit am eigenen Leib: Die Arbeiten am kubistischen Anbau sind in vollem Gange; am 8. Mai wurde der symbolische Spatenstich gesetzt. Bei den „Stadt(ver)führungen“ am übernächsten Wochenende ist das Haus mit zwei Sonderführungen vertreten. „Geboren in Fürth“ ist der Titel eines Rundgangs durch die Dauerausstellung, in dessen Mittelpunkt die kleinen und großen Lebensgeschichten von ehemaligen Fürthern stehen — Fürther, die ihre Heimat hinter sich ließen oder gehen mussten, um andernorts bekannt zu werden. Am 19. September steht diese Führung um 14 und 16 Uhr auf dem Programm, Anmeldung unter Tel. 9 77 48 53.

Am 20. September gibt es um 14 Uhr eine „Spurensuche am Tannenplatz“ mit Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz. Sie korrespondiert mit dem Motto 2015 der „Stadt(ver)führungen“: „Wurzeln“. Jungkunz, die im Nathanstift zur Welt kam, am Helene-Lange-Gymnasium die Schulbank drückte und in der Krautheimer Krippe das Abi machte, erzählt an Ort und Stell aus (meist) glücklichen Schulmädchentagen. Hier braucht es keine Anmeldung, Treffpunkt ist die Sigmund-Nathan-Straße 1.

Robert Schopflocher wurde mit dem Goldenen Kleeblatt der Stadt Fürth geehrt

Der Schriftsteller Robert Schopflocher, der 1937 seine Heimatstadt Fürth verlassen musste und jetzt in Argentinien lebt, hat uns seine Dankesrede zur Verleihung des Goldenen Kleeblatts der Stadt Fürth über mittelt. Auch wir gratulieren dem Träger des Fürther Jakob-Wassermann-Preises sehr herzlich zu dieser hohen und ehrenvollen Auszeichnung.

Hier seine Worte bei der Übergabe des Kleeblatts durch den Fürther Bundesminister für Landwirtschaft, Christian Schmidt, in Argentinien:

Kleeblatt;

Sehr verehrter Herr Bundesminister Christian Schmidt, sehr verehrter Herr Botschafter Bernhard Graf von Waldersee, liebe Familie und liebe Freunde       

Mit den drei Blättern des Kleeblatts im Stadtwappen von Fürth soll bekanntlich die einstige Dreier-Herrschaft über unsere, wie es heißt, von Karl dem Großen gegründete Stadt zum Ausdruck kommen: Ansbach, Nürnberg und Bamberg.

Historisch nicht nachweisbar, aber sympathisch ist eine weitere Auslegung, die in den drei Blättern ein Symbol für das meist friedliche Zusammenleben der drei in Fürth heimischen Konfessionen: Protestantismus, Katholizismus und Judentum sieht.

Dabei ist mir die Problematik dieses Zusammenlebens durchaus bewusst. Tut dies gerade heute wieder, an dem mich meine Geburts- und Heimatstadt ehrt – diese meine Urheimat, in dessen Nathanstift ich vor fast 93 Jahren das Licht der Welt erblickte. Eine Heimat, die ich in meinem Leben innerlich nie ganz verlassen habe. Eine Heimat schließlich, deren Gerüche, deren Gaumenfreuden und deren Dialekt mich im Geiste noch immer begleiten. Wobei mir nicht nur der Glauben an die Zukunft zur Hilfe kommt, sondern vor allem die dankbare Erinnerung an den mutigen Beistand, den uns viele der sogenannten „arischen“ Freunde aus Fürth in der Zeit des braunen Terrors angedeihen ließen.

In diesem Zusammenhang gedenke ich der dreifachen Wurzel, die meine Persönlichkeit bestimmt: Deutscher – Jude – Argentinier. Drei Welten, die ich heute nicht mehr mit Trenn- , sondern mit Bindestrichen versehe.. Heute nämlich sind es keine mich zerreißenden Gegensätze mehr, sondern eine mehr oder weniger harmonische Synthese, auch wenn ihr eine gewisse Fragwürdigkeit anhaftet, wie ich dies in meinem Gedicht „Ausgewanderte Einwanderer“ auszudrücken versuche.

Es ist nicht das gleiche

ob man als Auswanderer

in ein Land kommt,

als Emigrant,

 

oder als Einwanderer,

als Immigrant.

Der feine Unterschied

offenbart sich unter anderem darin,

ob, wie und wie weit

sich die Arme ausbreiten,

die den Ankömmling

empfangen.

 

Mit der Zeit

erwächst einem,

wenn es gut geht,

eine neue

eine zweite Heimat

deren Sprache man sich aneignet,

in der man

Kinder zeugt

und seine Toten bestattet.

 

Eine zweite Heimat, ja.

Aber ein neues Vaterland?…

Man hat schliesslich nur einen Vater,

nur eine Mutter.

 Vergangenheit also auf der einen Seite, und eine durch die Nachkriegsgenerationen vertretene Gegenwart auf der anderen. Wie dies Ihr Kollege, sehr verehrter Herr Minister Schmidt,

der Bundesminister des Auswärtigen Amtes Herr Dr, Steinmeier kürzlich in Bezug auf die sogenannte „dritte Generation“ der deutsch-israelischen Beziehungen so prägnant definierte: „eine gemeinsame Gegenwart, in der die Vergangenheit immer präsent ist, ohne das Nachdenken über die gemeinsame Zukunft zu blockieren.“

 

Besuch der ehemaligen Humbserbrauerei an der Schwabacher Straße

Kurz bevor es mit dem Umbau durch die Firma MIP-Immobilien, Nürnberg, losgeht, konnte eine Vielzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger noch einen letzten Blick hinter die historischen Kulissen der Humbserbrauerei werfen. Dabei sind interessante Bilder entstanden, die hier zu sehen sind:

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Wer mehr über die Geschichte der Brauerei wissen möchte, dem sei diese Seite empfohlen :

http://fuerthwiki.de/wiki/index.php?title=Brauerei_Joh._Humbser

Und hier noch eine alte Postkarte, die Peter Frank zur Verfügung gestellt hat:

Humbser-Brauerei, 1915

 

Die Froschkönig-Prinzessin hat ihren Kopf wieder!

Mit großer Freude erhielten wir gestern eine Nachricht aus dem städtischen Grünflächenamt:

Prinzessin neu 1Die von dem Bildhauer André Jeschar nach Vandalismus-Schäden restaurierte Figur der Froschkönig-Prinzessin, die in den 50er Jahren von der Fürther Künstlerin Gudrun Kunstmann erschaffen worden war, steht seit ein paar Tagen wieder an ihrem Platz beim Kinderspielplatz im Stadtpark. Am vergangenen Freitag wurde noch die letzte (Anschluss-) Fuge am Figurensockel geschlossen. Die Wiederherstellung der Figur ist somit abgeschlossen.

Wir können uns der Meinung von Herrn Hirt nur anschließen, dass Herrn Jeschar die Restauration sehr gut gelungen ist. Bleibt zu hoffen, dass sie möglichst lange in ihrer Schönheit erhalten bleibt und nicht wieder Opfer von mutwilligen Beschädigungen wird.

 

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